[Squeak-ev] Re: Neues Squeak-Buch - Verbinder

Markus Schlager m.slg at gmx.de
Don Mar 24 19:21:50 UTC 2011


Lieber RĂŒdeger Baumann,

On Mon, 28 Feb 2011, R. Baumann wrote:

> Das Buch ist eigentlich nur als Versuch gedacht, um zur Diskussion zu
> stellen und zu erproben, was man mit Squeak in der Schule eventuell machen
> kann.

So nach und nach schmökere ich in dem Vordruckexemplar herum. Schöne 
Ideen! Sehr erfreulich ist aus meiner Warte vor allem auch, daß das Buch 
tatsÀchlich auf den Schulbetrieb abzielt und dort viele typische Inhalte 
abdeckt. So tauchen auch typische Beispiele zur Datenflussmodellierung und 
ZustandsĂŒbergangsdiagrammen auf. Schade, daß hierbei eine in meinen 
Augen ganz große StĂ€rke der Etoys nicht zum Zuge kommt: die Verbinder.

Zur Zustandsmodellierung habe ich mir heute das Beispielprojekt fĂŒr den 
Unterrichtseinsatz in der 10. Jahrgangsstufe im Anhang gebastelt. Was mich 
an den ĂŒblichen Umsetzungen bei diesem Thema stört, ist die Trennung von 
Modell und Implementierung:

Einerseits malt man irgendwo den endlichen Automaten, andererseits 
programmiert man dann anderswo irgendetwas, das das Denken in ZustÀnden 
implementieren soll. (Leider scheint noch keinem sĂŒddeutschen Didaktiker 
aufgegangen zu sein, daß hier UnitTests genau das passende wĂ€ren - wie das 
in Squeak ganz elegant geht, sieht man wunderbar im LaserGame-Tutorial.) 
Alternativ gibt es dann noch so Spezialprogramme wie Charon zur formalen 
Spracherkennung oder Kara, um Àhnlich eingeschrÀnkte Probleme zu lösen wie 
mit Robot Karol.

Etoys bietet beides: Da lĂ€ĂŸt sich der Klassiker Verkehrsampel eben 
wirklich direkt mit einem daneben gezeichneten ZustandsĂŒbergangsdiagramm 
steuern! Auch lĂ€ĂŸt sich dieses Diagramm ganz nach Wunsch durch andere 
Ereignisse aller Art beeinflussen. Es lĂ€ĂŸt sich ein GetrĂ€nkeautomat mit 
Knöpfen malen, bei dem die Knöpfe, wenn man sie anklickt, einen Übergang 
im ZustandsĂŒbergangsdiagramm auslösen, der dann eine VerĂ€nderung am 
GetrÀnkeautomaten zur Folge hat - oder eine Drehorgel mit einer 
Zeichenkette als 'Lochstreifen' steuern. Damit macht der Rechner genau 
das, was die SchĂŒler vom Denken her lernen und begreifen sollen. Einfach 
wird das dadurch, daß die Verbinder Quelle und Ziel kennen.

Ähnlich sieht es mit Datenflussdiagrammen aus. Wenn man Verbinder 
verwendet, können die ganz elegant DatenflĂŒsse ausfĂŒhren - egal welcher 
Art. Man kann klassisch rechnen, Strings verarbeiten oder auch MĂ€nnchen 
Eimer voll Sand schaufeln lassen. Damit das dann leicht bedienbar wird und 
sich Teilergebnisse an beliebiger Stelle im Datenfluss mit nur einer 
Aktion (z.B. ein einziger Mausklick) abgreifen/erzeugen lassen, benötigt 
man nur die FÀhigkeit 'sage allen VorgÀngern', die sich bei verbundenen 
Objekten im Betrachter in der Kategorie 'Verbindungen zu mir findet'. So 
wie die Beispiele im Buchvordruck stehen, muß der Benutzer aber alle 
Teilschritte selbst in der richtigen Reihenfolge ausfĂŒhren. Das erscheint 
mir eher ungĂŒnstig. Ich hĂ€nge auch dazu mein Projekt an, das ich in der 9. 
Jahrgangsstufe im Einsatz habe.

In MĂŒnchen sollte meines Wissens die Entwicklung einer Software fĂŒr solche 
Datenflußdiagramme schon einmal Thema einer fachdidaktischen Doktorarbeit 
sein. Ich weiß nicht, ob es je ein Ergebnis gab. Mit den Etoys lĂ€ĂŸt sich 
das recht einfach basteln.

Schöne GrĂŒĂŸe

Markus
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